31. März 2009
Großes Interesse am Informationsabend zum Thema Autismus
Überraschend groß war das Interesse am Informationsabend Autismus des HIBA und der VHS Wissen am Mittwoch den 25.03.2009. Über 70 Menschen fanden sich im Kuppelsaal der Verbandsgemeinde Wissen ein – darunter LehrerInnen, ErzieherInnen und Eltern. Neben der ärztlichen Leitung der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Dr. Andrea Haferkamp-Krois, trugen Dirk Hohmann vom Kreisjugendamt in Altenkirchen, Elisabeth Auer vom Autismus Regionalverband Westerwald-Mittelrhein e.V., sowie Thomas Altjohann und Ralf Peglow vom Autismus-Therapiezentrum in Netphen dazu bei, dass ihre Fragen kompetent beantwortet werden konnten.

Statt eines Vortrags führte Christof Weller vom HIBA mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Information und Diskussion durch den Abend. Die Lebendigkeit der Diskussion führte dazu, dass die letzten Besucher erst gegen 23 Uhr den Kuppelsaal verließen.
Nachdem Frau Dr. Haferkamp-Krois zunächst die vielfältigen Erscheinungsformen von autistischen Störungen beschrieb, ergab sich schnell die Frage: Wer ist zuständig, abhängig von der Diagnose? Wie kann eine sichere Diagnose gestellt werden? Wo können die Betreffenden Hilfe bekommen?
Das Wissen über die möglichen Ursachen und damit auch die Sensibilität für entsprechende erste Anzeichen hat sich in den letzten 20 bis 30 Jahren radikal verändert. Während man früher dazu neigte, sozialpsychologische Erklärungen z. B. im Umfeld der Familie zu suchen, ist man inzwischen zu der für die Familien entlastenden Erkenntnis gekommen, dass Autismus genetisch bedingt ist und mit neurobiologischen Veränderungen im Gehirn einhergeht.
Eine sichere Diagnose zu stellen ist äußerst aufwendig, da hier eine nur schwer übersehbare Zahl von möglichen Anzeichen überprüft werden muss um z. B. andere möglicherweise vorliegenden Erkrankungen auszuschließen. Diese Anzeichen können in einem Spektrum vom fast „Normalen“ bis hin zu deutlichen Auffälligkeiten ausgeprägt sein. Ob ein frühkindlicher, atypischer oder ein Asperger-Autismus festgestellt wird, hat schwerwiegende Auswirkungen auf schulische und medizinische Entscheidungen und führt auch zu unterschiedlichen Perspektiven der Förderung und Lebenschancen. Während frühkindlicher und atypischer Autismus häufig mit körperlichen Erkrankungen oder
geistiger Behinderungen einhergehen und damit in die Zuständigkeit des Sozialamtes fallen, werden Asperger-Autisten als Menschen mit einer seelischer Behinderung dem Jugendamt zugeordnet.
Zum Abschluss des Abends wurden praktische und erreichbare Hilfemöglichkeiten in der Region vorgestellt.