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Archiv

30. Juni 2009
Rückblick Vortragsabend "AD(H)S und Medikation"

Schon zum zweiten Mal in diesem Jahr füllte sich der Kuppelsaal der Stadt und VG Wissen in den Räumen der Westerwälder Volksbank in Wissen mit Eltern, pädagogischen MitarbeiterInnen, LehrerInnen und Kinderärzten mit ihren MitarbeiterInnen.

Am 26.05.2009 erlebten sie einen sehr informativen, offenen Vortrag und eine spannende Diskussion des HIBA zum Thema: “AD(H)S und Medikation bei Kindern und Jugendlichen”.

Referent war Herr Dr. Gebhard Buchal – Chefarzt der Abteilung Kinder- und Jugendmedizin des DRK-Klinikum in Kirchen. Die Konzentration der ZuhörerInnen bei den Ausführungen von Herrn Dr. Buchal lag spürbar im Kuppelsaal. Nach einer Einführung über mögliche Ursachen von AD(H)S folgten einprägsame Einblicke in das innere Erleben von betroffenen Kindern und Jugendlichen und auf die Auswirkungen auf Verhaltensweisen, die Familien oder den Schulbesuch. Es war wichtig zu hören, wie schwierig und aufwändig eine sichere Diagnose von AD(H)S ist. Dabei ist es unter anderem unverzichtbar, das Vorliegen anderer möglicher Erkrankungen oder Störungen wie beispielsweise Autismus, Anfallsleiden, Angststörungen, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Verhaltensstörungen auszuschließen. Anklang fand auch der Hinweis von Herrn Dr. Buchal, dass zu einer erfolgreichen Lösungsmöglichkeit auch der Verzicht auf die Suche nach “Schuldigen” bei den Beteiligten wie Eltern, LehrerInnen oder ErzieherInnen gehört. Weiterhin wurde sehr deutlich, dass zu der Gabe von Medikamenten auch immer die Einwirkung auf das Umfeld der betroffenen Kinder und Jugendlichen gehört, wie beispielsweise die deutliche Einschränkung von Fernsehkonsum, der Schaffung von Freiräumen für die Eltern, des Aufbaus von verlässlichen Familienstrukturen oder auch die Begleitung in entsprechende Jugend- oder Sportgruppen. Zu diesem Umfeld gehören auch begleitende Hilfen wie z. B. Ergotherapie, Schul- und Lernförderung, Psychotherapie, Beratung der Familien und auch die Begleitung zu Selbsthilfegruppen. Klar wurde dabei, das eine Lösung auch nicht in der Suche nach einem außenstehenden Dritten liegt, der “es dann richtet”, sondern nur in dem gemeinsamen Bemühen aller Beteiligten liegen kann.

Konzentriertes Zuhören begleitete auch die Ausführungen von Herrn Dr. Buchal, dass die gängigen Medikamente bei ca. 70 bis 85 Prozent der Betroffenen wirken und das mögliche Nebenwirkungen der Medikamente – wie Appetitmangel, Schlafstörungen, Bauchschmerzen oder auch Bluthochdruck – ständig in der jeweiligen Ambulanz im Blick behalten werden müssen. Auch die Aussagen, dass oft eine realistische Einschätzung der Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendliche manche Probleme nicht auftreten ließe, AD(H)S durchaus auch ohne den Einsatz von Medikamenten behandelt werden kann und es sich stets um langfristige, aufwendige und kombinierte Therapien handeln muss, blieben im Ohr.

Zum Abschluss ergab sich aus der Diskussion der Einbeziehung von Eltern wertvolle Hinweise auf Hilfen durch Selbsthilfegruppen (Hinweise dazu z. B. auf www.juvemus.de). Der Abend klang aus mit dem Fazit, dass Medikamente bei AD(H)S nicht die Lösung, sondern oft Vorbedingung für passende Hilfe und weitere Entwicklung der Betroffenen und ihres Umfeldes sind. Zum Abschluss nach drei intensiven Stunden gab es noch einen Blick auf die umfangreichen Angebote und Leistungen der Kinderklinik in Kirchen und den gemeinsamen Willen der Anwesenden, auch hier den Weg in den Aufbau von Netzwerken in der Region zur Zusammenarbeit von Eltern, Pädagogen, Therapeuten und Ärzten zu gehen.

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3. Juni 2009
5 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit

Foto
Foto: Christof Weller (links), Maria Bastian-Erll (mitte), Bürgermeister Michael Wagener (rechts)

Bürgermeister Michael Wagener, Maria Bastian-Erll (Vorsitzende der VHS Wissen) und Christof Weller (pädagogischer Leiter der ambulanten Dienste des HIBA) freuen sich über fünf Jahre erfolgreicher Zusammenarbeit im anbieten von Informationsabenden zu Themen des Sozialrechts, der Sozialpolitik und der Pädagogik. Im Gespräch betont Christof Weller die mehr als wertvolle Unterstützung der Anliegen des HIBA durch die Möglichkeit, den sehr schön gestalteten Kuppelsaal mit seiner modernen Medientechnik nutzen zu können.

Seit 1986 haben wir – auch mit Hilfe eines Zuschusses der Stadt und Verbandsgemeinde Wissen – unsere Angebote im Kreis Altenkirchen stetig aufgebaut. Durch die Unterstützung haben wir die Möglichkeit, unsere regelmäßigen Informationsabende gemeinsam mit der Volkshochschule Wissen im renovierten Kuppelsaal anzubieten.

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