19. April 2012
MitarbeiterInnen - Fortbildung Triple P - Neues "Werkzeug" für die Jugendhilfe
Der Aussage, dass gute Erziehung konsequente und positive Erziehung ist, stimmt sicher jeder zu, der mit Kindern zu tun hat. Ob professionell oder in der Familie. Offen bleibt in der Regel aber, was das nun auch konkret bedeutet oder wie “Profis” dies dann Eltern im Einzelfall vermitteln können.
Das Team des HIBA in der Jugendhilfe sucht hier nach überzeugenden Antworten. Einige davon fanden sich im Rahmen eines Triple-P-Gruppenkurses (Positive Parenting Programm – dt. Positives Erziehungsprogramm), vorgestellt durch Claudia Kipping – zertifizierte Trainerin für Triple-P-Gruppenkurse und pädagogische Leitung des “Kinderzuhause” / Haus Burgweg – einer Wohneinrichtung für Menschen mit schwersten und Mehrfachbehinderungen in Burbach im Siegerland.
Frau Kipping stellte Methoden vor, die so verblüffend schlüssig – ja manchmal fast banal – erschienen, dass mehr als einmal der Gedanke aufkam, “ja das hätte mir auch selbst einfallen können”. Beim näheren Hinsehen wurde dann aber auch deutlich, wie wenig diese doch so einfach wirkenden Regeln die konkrete Praxis erzieherischen Handelns in Familien und auch bei “Profis” bestimmen. Grundsätzlich geht es um eine Grundhaltung gegenüber Kindern wie z.B. der Regel, dass nichts bei Kindern als selbstverständlich vorausgesetzt werden kann.
Es beginnt schon damit, dass Ziele und Anforderungen an Kindern positiv formuliert sein sollten und nicht das beschreiben, was wir nicht wollen. Zumeist wenden wir uns an Kinder mit der Aussage: “Mach das nicht … !” oder “Hör auf mit …!”. Nur selten sagen wir: “Es wäre schön, wenn du …”. Ebenso zeigt ein wachsamer Blick, dass wir die Anforderungen an die Kinder nur selten, ganz konkret und logisch, umfassend und vor allem verständlich für Kinder formulieren. Viel zu wenig denken wir darüber nach, ob unsere Anforderungen an Kinder – z.B. in Hinsicht auf die Anzahl der Regeln (max. 1-2 bei neuen Regeln!) – für sie auch realistisch erreichbar, umsetzbar und damit durchsetzbar sind. Damit stellte sich die Frage nach der Fairness von Regeln in der Erziehung.
In Hinsicht auf Methoden wurden sogenannte “Belohner-” oder Verstärkerpläne vorgestellt. Auch dabei wurde deutlich, wie leicht es zu verstehen und wie schwer es dann praktisch durchzuhalten ist, Kindern, wenn sie ihre Ziele nicht erreichen, nicht zu kritisieren oder ihnen bis dahin erarbeitete Punkte wieder “wegzunehmen” und stattdessen einfach und ausschließlich die vereinbarte Belohnung nicht zu geben. Ein weiterer Blick mit oft verblüffenden Erkenntnissen galt Methoden der systematischen Verhaltensbeobachtung und ihrer Dokumentation durch Verhaltenstagebücher, Zeitdauerprotokolle oder Häufigkeitsbogen in Hinsicht auf die Wahrnehmung von Verhaltensweisen der Kinder und unserer Reaktionen darauf.
Ein “Klassiker” ist, wenn uns etwas stört, den Namen des Kindes laut zu rufen. Aber, welche Aussage verknüpft ein Kind mit einem solchen Verhalten? Ein weiterer Punkt betrifft die Art und Weise, wie wir Kinder loben. Auch hier richtet sich unsere Aufmerksamkeit stets auf das, was wir nicht wollen. Nur selten wird gesagt: “Es war schön, dass du heute …!”. Loben wir Kinder so, dass sie auch klar verstehen, welches Verhalten wir uns von ihnen wünschen? Ganz oft folgt unserem Lob ein – für das Kind ein wieder entwertendes – “Aber”. Als gute Alternative zeigte sich hier, für den Fall, wenn kein “reines” Lob möglich ist, hier mit einem “Und” zu verbinden. Es stellt sich immer wieder die Frage, welchen Verhaltensweisen des Kindes schenken wir unsere Aufmerksamkeit oder welches Verhalten stellen wir – vor allem aus der Sicht des Kindes – in den Vordergrund.
Praktische Übungen zeigten wie schwierig es ist, die doch so einfach anmutende Regel, angemessenes Verhalten zu beachten und zu verstärken und unangemessenes Verhalten – sicher so weit wie möglich – zu ignorieren und die Aufmerksamkeit eben nicht darauf zu lenken, in die Tat umzusetzen. Ebenfalls entlarvend war der Blick auf die Belohnungen und Verstärkungen, mit denen wir auf “gutes” Verhalten von Kindern reagieren. Oft wird hier leider nicht mehr erkennbar als ein kurzes “Geht doch … !” statt z.B. dem Kind dann wirklich ungeteilte Aufmerksamkeit d.h. seine eigene “wertvolle Zeit” zu gönnen.
Ein Schlaglicht war auch die Vorstellung der Regel, wie oft eine Anweisung gegenüber dem Kind geäußert wird und wann und wie die vereinbarte Reaktion dann erfolgt. Die familiäre und auch professionelle Praxis zeigt, dass sich hier zumeist nicht auf eine (!) Wiederholung der Anweisung beschränkt wird und das eine – dann in der Regel unangemessene Reaktion – erst dann für das Kind erkennbar erfolgt, wenn der Erziehende “sauer” ist, d.h. die Situation bereits eskaliert und weit jenseits der erzieherischen Sachlichkeit und Ruhe ist. Oder die deutliche “Vorankündigung” einer Konsequenz wird vergessen. Oft vergewissern wir uns auch nicht, wenn wir ein Kind ansprechen, ob wir wirklich die Aufmerksamkeit des Kindes haben. Oder ebenso “theoretisch” klar wie ebenso wenig praktisch verfestigt ist die Regel, einem Kind auch immer 5 bis 10 Sekunden Zeit für eine Reaktion auf unsere Ansprache zu lassen.
Deutlich wurde auch schnell, dass jedes Kind sehr schnell merkt, wie “echt” oder wie ehrlich ein Lob ist. In der Erziehung ist es nicht verwerflich, auch einmal echte Begeisterung für die Leistungen von Kindern zu zeigen. Auch sehr hilfreich und entlastend war die Vorstellung der sogenannten “Stopp-Routinen” worunter vorher – auch mit den Kindern – vereinbarte Abläufe verstanden werden, die immer dann in der gleichen vereinbarten Art und Weise ablaufen, wenn ein nicht gewünschtes Verhalten auftritt. Damit kann verhindert werden, das wir im Alltag mit Kindern weniger “überrumpelt” werden. Letztendlich dienen all diese Methoden dem Zweck, den von Familien und auch professionell Erziehenden gefürchteten “Eskalationsfallen” zu entgehen.
Abgeschlossen wurden die beiden Fortbildungstage mit wertvollen “Überlebenstipps” wie z.B. dass Streiten und Differenzen vor Kindern immer zu vermeiden ist, die Suche nach Unterstützung als ein Merkmal “guter” Arbeit darstellt, dass – vorhergehende – Absprachen und Besprechungen immer sinnvoll und nützlich sind und das eben auch ab und an eine “Pause” nötig ist.
So klang die Fortbildung mit der Erfahrung aus, dass diejenigen neuen Erkenntnisse die besten sind, die uns selbst “eigentlich” schon vorher bewusst und klar waren. Dies zeigt, wie nah solche Erkenntnisse “am Leben” sind. Dadurch gewinnen sie aber auch für unser persönliches Handeln eine u. U. auch erschreckende Verbindlichkeit. So konnte das Jugendhilfe-Team des HIBA seinen “Werkzeugkoffer” mit neuen und effektiven Methoden auffüllen. Wir freuen uns darauf, den in der Fortbildung empfundenen Gewinn, auch den von uns in ihrem Alltag begleiteten Familien vorstellen zu können bzw. für die Verbesserung ihres Alltags mit ihren Kindern nutzbar vermitteln zu können. Für das Jahr 2013 ist eine Fortsetzung dieser MitarbeiterInnen-Schulung unter dem Titel “Stepping Stones” für die Arbeit mit Menschen mit schwersten- und Mehrfachbehinderungen bereits geplant.
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5. April 2012
Herzliche Ostergrüße!
Wir wünschen allen Familien, Freunden, Förderern und MitarbeiterInnen ein frohes Osterfest und einen schönen Start in den Frühling!

2. April 2012
Stolze Hobbyköche des HIBA servierten mehrere Gänge
Mit einem Abschlussessen für die Eltern beendete die HIBA-Kochgruppe die Saison 2011/2012 im Treff des HIBA in Wissen. Bei einem leckeren, aus mehreren Gängen bestehenden Menü zeigten die Jugendlichen, was sie mit Unterstützung von Anette Hoffmann-Kuhnt, Katja Vierschilling und Sascha Paul in den vergangenen Wintermonaten gelernt hatten.
Kürbissuppe, Baguette mit Ziegenkäse, Gemüsequiche, Himbeergrütze und Nougatpudding waren nur einige der selbst gemachten Köstlichkeiten, die die stolzen Hobby-Köche auftischten. Auch die Getränke hatten sie selbst gemacht.
Die lange Tafel war einladend gedeckt und von wartenden Gästen besetzt. Serviert wurde jeder Gang von den Mädchen und Jungen, die ihn zubereitet hatten. Dabei dachten die Jugendlichen an alle. So gab es neben Baguette mit Ziegenkäse auch alternativ Baguette mit Ei oder mit Butter und Salz.
Mit Genuss und in angenehmer, fröhlicher Atmosphäre wurde zusammen gegessen und genossen, um den Abschluss der Kochgruppe zu feiern, die über den Sommer Pause macht.
Nach Ostern beginnt die Gartengruppe. Hier werden über die Sommermonate Salat und Gemüse gezogen, gepflanzt und schließlich geerntet. Auch daraus entstehen leckere Salate und Gemüsegerichte, die in fröhlicher Runde vernascht werden.
Wer Lust hat, dabei zu sein: Weitere Information dazu gibt es unter Telefon 02742 / 4967.






1. März 2012
Nachbericht zur Tagung »Inklusion ist möglich« vom 28.02.2012
Inklusion praktisch angegangen
Inklusion ist möglich und gut für uns alle, denn jedes Individuum wird als solches gesehen und ernst genommen: Das ist das Fazit, dass die knapp 50 Teilnehmenden aus dem Inklusions-Aktionstag mitnahmen, den der HIBA in Wissen, die Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen und der Evangelische Kirchenkreis Altenkirchen in den Räumen der Evangelischen Landjugendakademie Altenkirchen gemeinsam organisiert hatten.
„Es war ein Tag der guten Begegnungen. Wir haben Wert auf Praxis gelegt und das ist uns gelungen. Heute haben sich Menschen getroffen, die Inklusion umsetzen möchten und jetzt gegenseitig dabei unterstützen können“, resümierten Mit-Organisator Christof Weller vom HIBA in Wissen, Akademiedirektorin Anke Kreutz und Mit-Organisator Pfarrer Hans-Jürgen Volk vom Evangelischen Kirchenkreis Altenkirchen den Tag. Was in den kommenden Monaten konkret umgesetzt wird, zeigt die Anschlussveranstaltung der drei Organisatoren am 14. November 2012 um 19.30 Uhr im Kuppelsaal der Westerwaldbank in Wissen.
Herzlich hatte Anke Kreutz als Hausherrin die gut 50 Teilnehmenden des Aktionstages begrüßt, bevor Pfarrer Marcus Tesch aus Wissen eine Kernaussage des Tages formulierte: „Behindert sind wir alle. Alle haben wir Schwächen.“
„In unserer Gesellschaft müssen wir noch viel umbauen – an Gebäuden und in unseren Köpfen“, führte Ottmar Miles-Paul, Landsbehindertenbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz aus. Der positive Begriff von „all inclusive“, alles enthalten, aus dem Urlaub treffe den Kern der Sache: Es seien die Rahmenbedingungen zu schaffen, dass Menschen, die anders sind, selbstverständlich mittendrin sind – und das von Anfang an. Dafür setzten sich er und sein Team sowie die Landesregierung täglich ein. Doch gerade die Ressourcen in der Gesellschaft seien enorm wichtig – die Ideen und Unterstützung von Mensch zu Mensch.
Wie so etwas im echten Leben aussehen kann, erzählte Pfarrer Rainer Schmidt, Dozent am Pädagogisch-Theologischen Institut Bonn, humorvoll und mit Augenzwinkern in seinem fast kabarettistischen Vortrag. Als Mensch, der ohne Unterarme auf die Welt kam, wuchs Schmidt in einem kleinen Dorf als Kind unter Kindern auf. „Ich konnte nicht über Zäune klettern. Deshalb hielten meine Freunde den Stacheldraht, damit ich durchschlüpfen konnte. Dafür half ich bei den Mathematikhausaufgaben. Wir haben uns ganz selbstverständlich gegenseitig unterstützt“, berichtete er.
Nach der Grundschulzeit in einer Sonderschule – „Der erste Tag war ein Kulturschock. Ich hatte noch nie so komische Kinder gesehen.“ – machte er an einer Regelschule Abitur, weil der Rektor nicht angab, dass er behindert ist. „Er stellte die richtige Frage: Was müssen wir tun, dass Sie bei uns Abitur machen können?“ Bei Arbeiten eine halbe Stunde mehr Zeit zum Schreiben und eine am Kind gemessene Bewertung im Sportunterricht waren die simplen und effektiven Lösungen gemäß seinem Motto: „Ich mache das, was ich kann und so viel wie möglich.“
Wie Teilhabe von Menschen mit Behinderung an der Gesellschaft konkret aussehen kann, zeigten die sechs Projekte aus Rheinland-Pfalz, die in Workshops vorgestellt wurden. Dabei wurden alltägliche Themen wie Arbeiten, Wohnen, Einkaufen, Kirche, Gemeinwesen und Schule aufgegriffen.
So beschrieben Ulrike Reichmann und Klaudia Klaus-Höhl vom club aktiv in Trier, wie sie mit ihrem Inklusionsprojekt „Gemeinsam von Anfang an“ die Idee der Inklusion in der Region Trier verbreiten.
Die integrative Begleitung von Kindern mit Behinderungen in Regelkindertagesstätten und Regelschulen bietet der HIBA seit 1996 in Wissen an. Die geschichtliche Entwicklung der Inklusion erklärten Michaela Stürmer, Mandra Schmitt-Schilling und Frea Gend einprägsam mit einem Glas Gummibärchen und zeigten ihr dringendes Anliegen, allen Kindern den Weg in eine Regelschule zu ebnen.

Dem Thema Wohnen widmete sich Christian Dawo, Geschäftsführer des cfb Südpfalz in Landau. Er berichtete von den verschiedenen Möglichkeiten des cfb, angefangen bei einer Wohngruppe bis hin zu Einzel- und Paarwohnungen. Hier leben Menschen mit Behinderung so selbstständig wie möglich.
Elf Dorfläden gibt es inzwischen im Westerwald, die von der AWO Gemeindepsychiatrie ins Leben gerufen und geführt werden. Hier arbeiten Menschen mit psychischen Krankheiten, wie Otmar Schneider ausführte. Diese Läden sind in mehrfacher Hinsicht inklusiv: Sie bilden in einigen Dörfern den „Lebensmittelpunkt“ für ältere Menschen, die sich nun wieder vor Ort versorgen können und bieten einen Treffpunkt für Gespräche.
Menschen mit Behinderung und psychischen Beeinträchtigungen auf den ersten Arbeitsmarkt zu bringen ist das Ziel von Gerlinde Räder (Integrationsmanagement), Arbeitstrainer Peter Pfeifer und Geschäftsführer Stefan Marx von der Lebenshilfe. Sie zeigten, wie das funktioniert und berichteten von Erfolgen.
Pfarrerin Katrin Wüst aus dem Rhein-Sieg-Kreis zeigte, wie Inklusion den Gemeindealltag bereichert. Der Frage, wie eine Gemeinde aussehen muss, die Inklusion ermöglicht, ging sie in ihrem sehr lebendigen Workshop auf den Grund.
Eine interessante und kontroverse Podiumsdiskussion führten Hans-Joachim Schwan, Leiter des Sozialamts des Kreises Altenkirchen, Michael Weller, Geschäftsführer der WEZEK GmbH in Steinebach/Sieg, Hans-Jürgen Volk, Beauftragter für Menschen mit Behinderungen im Kirchenkreis Altenkirchen und Lebenshilfe-Geschäftsführer Jochen Krenkel als Sprecher der kleinen Liga der Wohlfahrtsverbände im Kreis Altenkirchen unter Moderation von Rainer Schmidt. Wie wertvoll die dörflichen Strukturen des Westerwaldes seien, zeigte Pfarrer Volk auf, nachdem Michael Weller von seinen guten Erfahrungen mit Mitarbeitern mit Behinderungen berichtet hatte. Jedes Amt solle die Belange aller Menschen, auch die von Menschen mit Behinderung im Blick haben, forderte Schwan, während Krentel betonte, dass es wichtig sei, behinderte Menschen dazu zu befähigen, sich für sich selbst einzusetzen und diese Wünsche dann umzusetzen. Kontrovers diskutiert wurde sein Vorstoß, Vergünstigungen für Menschen mit Behinderung zu überdenken. Schmidt resümierte schließlich: „Inklusion ist nicht locker zu regeln. Es bleibt spannend.“

Gemeinsam eröffneten und begleiteten sie den Inklusions-Aktionstag: (v.L.) Pfarrer Marcus Tesch, Landesbehindertenbeauftragter Ottmar Miles-Paul, Pfarrer Rainer Schmidt, Akademiedirektorin Anke Kreutz, Pfarrer Hans-Jürgen Volk und Christof Weller vom HIBA.

Unter der Moderation von Pfarrer Rainer Schmidt tauschten (v.l.) Hans-Joachim Schwan, Leiter des Altenkirchener Sozialamts, Michael Weller, Geschäftsführer der WEZEK GmbH in Steinebach/Sieg, Hans-Jürgen Volk, Beauftragter für Menschen mit Behinderungen im Kirchenkreis Altenkirchen und Lebenshilfe-Geschäftsführer Jochen Krenkel als Sprecher der kleinen Liga der Wohlfahrtsverbände im Kreis Altenkirchen zum Teil kontroverse Argumente aus.

„Jetzt wissen Sie auch, wie Bernd das Brot erfunden wurde.“: Offensiv und mit Humor begegnet Pfarrer und Kabarettist Rainer Schmidt den Irritationen seiner Mitmenschen.

10. Februar 2012
Tagung »Inklusion ist möglich« am 28.02.2012 in der Ev. Landjugendakademie Altenkirchen
Kennen Sie Stand und Ziel der Inklusionsbemühungen in Deutschland? Nach einer Einführung stellen sich erfolgreiche Projekte zur Inklusion aus vielen Lebensbezügen vor. Teilnehmende können davon lernen und eigene Projektideen entwickeln. Abschließend diskutieren Akteure die Möglichkeiten des politischen Handelns am Beispiel des Kreises Altenkirchen.
In Kooperation mit
Tagungsort
Evangelische Landjugendakademie
Dieperzbergweg 13-17
57610 Altenkirchen
Website: www.lja.de
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
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1. Februar 2012
Mütterfrühstück
Unser nächstes Mütterfrühstück ist am Dienstag, den 07. Februar 2012 um 9.30 Uhr im TREFF.
Interessierte Mütter melden sich bitte bis zum 6. Februar in der HIBA Geschäftsstelle bei Inge Hammen an.
Tel. : 02742 – 4967
24. Januar 2012
Informationsbörse und Kraftquelle für Eltern
Seit mehr als 20 Jahren kommen im Treff des HIBA in Wissen Mütter von Kindern mit Behinderung regelmäßig zum Frühstück zusammen, um miteinander zu sprechen, zu lachen – und gemeinsam zu kämpfen.
Wer den Treff des HIBA an diesem Dienstagmorgen betritt, wähnt sich bei einem ganz normalen Frauenfrühstück: „Meine Tochter kann gut Geld ausgeben“, erzählt eine Frau, während eine andere mit amüsiertem Augenrollen ergänzt: „Meine auch.“ Da wird von der Fahrt des Sohnes nach Siegen zu einem Fußballspiel berichtet und von den Plänen, den 18. Geburtstag zweier Mädchen im Kulturwerk zu feiern.
Dass ihre Kinder annähernd so aufwachsen wie Teenager ohne Behinderung, ist auch ein Verdienst dieser Gruppe. Denn gemeinsam arbeiten sie seit 20 Jahren – zusammen und jede Familie für sich allein – daran, ihren Kindern trotz ihrer Beeinträchtigungen ein weitgehend normales Leben zu ermöglichen.
„Kennengelernt haben wir uns bei einem Treffen der Frühförderung im Heiltherapeutischen Zentrum, Außenstelle Kirchen. Den Erstkontakt haben wir genutzt, um 1987 einen Spielkreis in den Räumen des Kindergartens Busenhausen zu gründen.“ erinnert sich Inge Hammen aus Hilgenroth. Bei den anfänglichen Verabredungen seien noch viele Familien mit nichtbetroffenen Kindern dabei gewesen, berichten die Frauen. Als für die ersten Kinder der Gruppe der Besuch des Kindergartens anstand, wurde der Integrationsgedanke geboren und Kontakt zum HIBA gesucht: „1991 haben wir uns dann unter dem Dach des HIBA zu einer Integrationsgruppe zusammengeschlossen.“, erzählt Inge Hammen weiter.
„Als unsere Kinder größer waren, trafen wir uns auf dem Spielplatz und gingen zusammen Kegeln oder Wandern,“ erinnert sich Christa Frey aus Obernau. Die Familien fuhren gemeinsam auf Freizeiten des HIBA. „Die Kinder wurden vom HIBA und Ehrenamtlichen begleitet. Wir Eltern nahmen uns gemeinsam mit einem Referenten ein bestimmtes Thema vor“, berichtet Elke Schäufele aus Busenhausen.
Der gemeinsame Gesprächskreis im Treff des HIBA ist ein wichtiger Termin, für den sich die meist berufstätigen Frauen Zeit nehmen. „Ich bin immer froh, wenn ich etwas Neues erfahre“, sagt Christa Holschbach aus Birken-Honigsessen. Heike Janßen aus Altenkirchen, die 2011 zum Mütterfrühstück stieß, ist der intensive Kontakt untereinander wichtig: „Man merkt, dass man nicht alleine da steht und kapselt sich nicht mit dem Kind ab.“ Die Frauen sind sich einig: Hier können sie sich austauschen, von den Erfahrungen der anderen profitieren und sich gegenseitig den Rücken stärken.
„Wir kamen oft an eine Grenze“, sagt Bärbel Spodymek aus Schönstein offen. Ihre Kinder sollten nach dem Regelkindergarten die normale Grundschule vor Ort besuchen, so der Wunsch von Eltern und Kindern. Doch: „Als unsere Kinder so weit waren, haben wir keinen Integrationsplatz bekommen“, erinnert sich Bärbel Spodymek aus Schönstein. Neue Lösungen mussten gefunden werden. Die anderen Frauen nicken wissend. Jedes ihrer Kinder ging seinen eigenen Weg, denn: „Nicht für jedes Kind ist Integration das richtige“, so Claudia Demmer aus Birken-Honigsessen. „Meine Tochter wurde im Regelkindergarten ganz still“, setzt Karin Schmuck Röttgen aus Wissen hinzu.
Vorbehalte des Pfarrers musste Andrea Weller aus Ingelbach zerstreuen, als ihr Kind zur Konfirmation ging. Erst energischer Protest, auch aus Kirchenreihen, machte die Gründung einer integrativen Gruppe möglich: „Das war ganz toll und für alle eine Bereicherung. Das sagen Eltern und Kinder bis heute. Doch es gab keine weitere Gruppe wie diese mehr, wo in kleinen Gruppen so intensiv gearbeitet wurden. Ich weiß nicht, ob die Eltern nicht fragen?“, wundert sich Andrea Weller.
Auch Momente des Kampfes erlebten die Frauen gemeinsam: „Als der Kreis die Mittel für die Freizeiten streichen wollte, gingen wir mit Plakaten vors Rathaus“, erinnern sich Inge Hammen und Christa Frey. Beim Rückblick auf die vergangenen Jahre nicken die Frauen einträchtig: „Ich finde, es hat sich gelohnt“, resümiert Claudia Demmer.
Heute sind aus den Kindern junge Erwachsenen geworden. Auch sie treffen sich immer wieder: bei Freizeiten und in den Gruppenangeboten des HIBA wie bei der ersten Disco, die es im November im Treff gab. Einige wohnen nicht mehr zu Hause, zum Teil weiter weg, andere leben noch im Elternhaus. Sie besuchen die Schule oder arbeiten in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Dabei wünschen sich die Eltern mehr Möglichkeiten für ein Beschäftigung außerhalb der Werkstätten – wenn nicht mehr für ihre Kinder, dann für diejenigen, die nachkommen.
Interessierte sind herzlich willkommen
Weitere Eltern und andere interessierte Angehörige von Kindern mit Behinderung sind jederzeit herzlich willkommen. Als Mitarbeiterin des HIBA in Wissen ist Inge Hammen für die Organisation des Gesprächskreises zuständig. Zu erreichen ist sie in der HIBA-Geschäftsstelle, Schulstraße 4 in Wissen, Telefon: 0 27 42 / 49 67.

Zum Teil treffen sie sich schon seit 21 Jahren, um Informationen auszutauschen und sich den Rücken zu stärken: (stehend von links) Bärbel Spodymek, Inge Hammen, Elke Schäufele, Christa Frey, Ina Lübking. (sitzend von links) Sigrid Wagener, Christa Holschbach, Karin Schmuck-Röttgen, Claudia Demmer, Heike Janssen und Andrea Weller.
